Matts grüner Daumen

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F1: Matt, Sie bauen Ihr eigenes Gemüse an. Wie haben Sie damit angefangen?

„Vor etwa 5 Jahren stand das Haus, das wir bauen ließen, kurz vor der Fertigstellung. Wir brauchten einen abschließenden Landschaftsplan, um ein Belegungszertifikat zu bekommen, d. h. einen Nachweis, dass das Haus bewohnbar ist. Wir setzten uns mit ein paar Landschaftsgärtnern in Verbindung, und die Kostenvoranschläge lagen im sechsstelligen Bereich! Aufgrund dessen beschlossen wir, das meiste nach und nach selbst zu machen.

Hinzu kommt: Ich mähe nicht gerne den Rasen, aber Essen mag ich definitiv sehr gerne! So hatte meine Frau den Plan, den Vorgarten in einen Gemüsegarten zu verwandeln, statt dort nur Gras wachsen zu lassen. Der Vorgarten ist nach Norden ausgerichtet, entspricht also der Südausrichtung auf der Nordhalbkugel – das war der am besten geeignete Platz für einen Gemüsegarten. Die herkömmliche Auffassung in der Landschaftsgestaltung ist, dass ein Gemüsegarten in einem Vorgarten ohne Zaun nicht besonders attraktiv ist, aber wir haben trotzdem weitergemacht.

Abgesehen von dem Versuch, ein paar Tomaten zu pflanzen, die ich zu lange im Kühlschrank gelassen hatte, hatte ich nie etwas anderes getan als Rasen mähen und Rasenkanten stutzen.“

Die herkömmliche Auffassung in der Landschaftsgestaltung ist, dass ein Gemüsegarten in einem Vorgarten ohne Zaun nicht besonders attraktiv ist, aber wir haben trotzdem weitergemacht.

Matt Cremer

F2: Für Sie beginnt der Herbst in diesem Monat. Welche Vorbereitungen stehen an? Bauen Sie auch im Haus etwas an?

„Herbst und Winter gehören in Sydney noch zur Anbausaison, man muss nur andere Dinge anpflanzen. Das am ehesten winterliche Ereignis bei uns – wir wohnen etwa eine halbe Stunde zu Fuß von der Sofico-Niederlassung entfernt – ist leichter Nachtfrost, der im Durchschnitt vielleicht 30 Mal pro Winter auftritt. Der Frost ist jedoch stärker und häufiger, je weiter man ins Landesinnere in Richtung der Berge kommt.

Wenn ich mitten im Winter Setzlinge pflanze, setzte ich sie normalerweise in Kunststoff-Schalen mit Deckel, um sie über Nacht vor der Kälte zu schützen. Allerdings ist das nicht nötig bei dem, was ich am letzten Wochenende gepflanzt habe: Butterbohnen, Zuckererbsen und Lauch. Andere Sachen, die ich bald pflanzen möchte, sind Grünkohl, Spinat oder Mangold, Rote Bete und Brokkoli. Für Rosenkohl dagegen ist es schon etwas spät.

Leider gibt es jede Menge Blattläuse und andere Schädlinge, denen mein Brokkoli sehr gut zu schmecken scheint. Daher setze ich auf Marienkäfer, die die Schädlinge vertilgen sollen. Ich setze nur biologische Schädlingsbekämpfungsmittel ein (und das so sparsam wie möglich), aber ich finde es immer noch am besten, nicht allzu viele Sachen anzupflanzen, die Schädlinge anziehen.“

August, also das Ende unseres Winters – ist die Zeit, in der ich normalerweise damit beschäftigt bin, Kompost und Humus in die Gartenbeete einzuarbeiten, den Boden umzugraben usw. Einige meiner Auberginen sind in diesem Jahr etwas klein ausgefallen. Ich denke, dass das Gartenbeet in diesem Jahr vielleicht den Winter über brach liegen muss.“

Herbst und Winter gehören in Sydney noch zur Anbausaison, man muss nur andere Dinge anpflanzen.

Matt Cremer

F3: Uns wurde gesagt, dass Sie Selbstversorger sind. Wie viel Gemüse haben Sie?

„Da hat jemand übertrieben. (Lacht) Es ist nur ein kleiner Garten, etwa 40 m2. Wir haben vier Hochbeete mit eigener Wasserversorgung, die 800 mm hoch und 1 m x 2 m groß sind (mit Kunststoff-Auskleidung, um das Wasser zurückzuhalten). Außerdem haben wir 4 halbe Weinfässer, sechs große Pflanzkübel, und der „Zaun“ des Vorgartens sozusagen besteht aus etwa 8 m Hochbeet.“

Wir haben ein paar Mini-Zitrusfrüchte, ernten aber pro Jahr nur etwa 50 Blutorangen und 25 rote Grapefruits sowie etwa 50 Limetten. Das ergibt vielleicht 50 Limonaden.

Im Moment ernten wir etwa drei kleine Paprikaschoten pro Woche, ein Dutzend Auberginen und 3 - 4 Zucchini der Sorte Tromboncino. Eben gerade habe ich ein Dutzend leckere Kürbisse gepflückt – kleine, süße Kürbisse, von denen jeder etwa so groß wie zwei Hamburger-Brötchen ist. Außerdem bauen wir reichlich Kräuter an wie Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei, Knoblauch, Schnittlauch und sehr viel Petersilie. Diese Sorten wachsen in der Regel das ganze Jahr über. Wir hatten auch ein paar Dutzend Salatpflanzen, haben aber das meiste davon inzwischen aufgegessen, und jetzt baue ich Nachschub in Schalen an.

Zur Selbstversorgung reicht es also nicht aus – obwohl wir von einigen Dingen ab und zu zu viel haben. Ich habe auch noch 4 gelbe Rüben (schmecken wie rote Beete, jedoch ohne deren stark färbenden Saft), die seit etwa einem Jahr langsam wachsen, weil ich noch keine Gelegenheit hatte, sie zu pflücken und zu kochen.“

Ich wusste nicht, dass Zucchini süß sind, bis wir sie angebaut haben.

Matt Cremer

F4: Haben Sie sich auf bestimmte Gemüsesorten spezialisiert? Gibt es irgendwelche Besonderheiten, die man in normalen Geschäften nicht findet?

„Wir konzentrieren uns tendenziell auf Sorten, die gut wachsen und gut schmecken – also nicht so sehr auf Sorten, die schwieriger zu erhalten sind. Darüber hinaus bauen wir eher keine Pflanzen an, die sehr billig sind oder von denen man viel verbraucht, denn meiner Erfahrung nach ist es günstiger, solche Sachen zu kaufen. Daher bauen wir beispielsweise Zwiebeln und Karotten nicht an.

Überhaupt sollte ich an dieser Stelle vielleicht betonen, dass wir unser eigenes Obst und Gemüse nicht deshalb anbauen, weil es billiger ist. Bei dem wenigen Platz, den wir haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Anbau jemals mehr als nur kostendeckend sein wird. Wir machen das wirklich nur wegen des Geschmacks und, zugegeben, auch weil es neu ist. Und irgendwie macht es einfach mehr Spaß, etwas zu essen, das man mit viel Hingabe selbst angebaut hat.

Und wir finden, dass das meiste von dem, was wir anbauen, etwas besser schmeckt als Gekauftes. Oder sogar deutlich besser. Beispielsweise wusste ich nicht, dass Zucchini süß schmecken, bis wir sie angebaut haben.

F5: Können Sie uns ein paar Beispiele dafür geben, wie man einen Garten organisiert? Manche Gemüsesorten gedeihen nicht so gut, wenn sie dicht beieinander stehen, oder?

Nun, ich bin kein Experte. Meine zwei meistgenutzten Gartenwerkzeuge sind daher Google und YouTube. (Lacht) Die Sachen, die ich anbaue, scheinen im Große und Ganzen gut miteinander zu harmonieren. Das größte Problem, das ich mit der Bepflanzung hatte, war, dass ich es versäumt hatte, mich über die Größe der erwachsenen Pflanzen zu informieren und sie deshalb zu dicht nebeneinander gepflanzt habe.

Es gibt einige Dinge, die ich beachte – z. B. nicht die gleichen Pflanzen Jahr um Jahr in denselben Boden zu setzen (sondern vielmehr für eine gute Fruchtfolge zu sorgen), außerdem die Tatsache, dass Basilikum und Tomaten gut zusammen wachsen und Blütenpflanzen in der Nähe zu haben, damit einheimische und importierte Bienen Früchte bestäuben können.

Meine zwei meistgenutzten Gartenwerkzeuge sind daher Google und YouTube.

Matt Cremer

F6: Verschenken Sie auch Gemüse an Kollegen?

Ich gebe zu, dass ich ziemlich gierig auf mein eigenes Gemüse bin, da der Anbau doch einige Mühe kostet. (Lacht) Aber wenn wir eine reichliche Ernte hatten und sich das Gemüse leicht transportieren lässt, kommt es üblicherweise ins Büro und kann nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ mitgenommen werden".

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