Pieters Paarbildung

1. Hallo Peter, können Sie sich kurz vorstellen? ​​​​​​​

Ich bin seit Januar 2007 Soficaner. Den größten Teil dieser vierzehn Jahre war ich Documenter/Trainer, bevor ich vor fünf Jahren auf Business Consultant umgestiegen bin. Ich habe einen sprachlichen Hintergrund, was meine Mitarbeit an einem deutschen Kundenprojekt zumindest teilweise erklärt. 

2. In der belgischen Niederlassung kennt man Sie als begeisterten Weinliebhaber. Aber Sie spielen auch schon lange Klavier. Woher kommt diese Liebe? ​​​​​​​

Das ist sicher so ein Familiending. Mein Großvater war Berufsmusiker, ebenso seine Tochter (meine Tante) und mein Bruder. Um es gelinde auszudrücken: Die Option, mit acht Jahren nicht in die Musikschule zu gehen, gab es in unserer Familie nicht. Zum Glück war ich sehr interessiert, ein Instrument zu lernen. Deshalb entschied ich mich fürs Klavier. Der wahre Grund allerdings – kein Witz – war, dass ich die Klavierlehrerin hübscher fand als die Geigenlehrerin. So nahm das seinen Anfang. 

Ich beendete die Musikschule mit 18 nach einigen sehr erfolgreichen und wenig erfolgreichen Klavierjahren (die Pubertät, Sie wissen schon!). Dann spielte ich länger nicht, hatte eine romantische mehrjährige Affäre mit der Trompete, bis ich meine Leidenschaft fürs Piano „wiederentdeckte“. Wahrscheinlich so eine Art Midlife Crisis … (lacht)

Derzeit arbeite ich an (lies „schwitze ich über“) Chopins ersten drei Nocturnes.

Pieter

3. Brahms, Chopin oder welches Repertoire liegt Ihnen am besten? ​​​​​​​

„Ich würde sagen „das eher traditionelle/klassische Klavierrepertoire“, das heißt, etliche Stücke „großer Klavierkomponisten“ wie Bach (Pflicht bei jeder Prüfung), Debussy, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann und natürlich – damals unausweichlich – viele Etüden von Carl Czerny. Genauer gesagt, arbeite ich derzeit an (lies „schwitze ich über“) Chopins ersten drei Nocturnes. Obwohl ich noch nie Jazz gespielt habe – dafür ist eine vollkommen andere Spielweise erforderlich – würde ich es gerne einmal ausprobieren.“ 

4. Wein und Musik bilden oftmals ein gutes Paar. Aber spielen und gleichzeitig trinken ...​​​​​​​

„Spielen und dabei trinken ist schwierig, wenn nicht unmöglich. Aber nach dem Trinken zu spielen ist wahrscheinlich schlimmer. Aber auch andere Dinge während des Spielens finde ich schwierig: Ich bin „eifersüchtig“ auf Menschen, die gleichzeitig spielen und singen können. Das würde ich gar nicht erst versuchen. Beim Klavierspielen kann ich nicht einmal sprechen. Also lasse ich das lieber und gehe gleich zum Trinken über „während ich Musik höre“.“ 

Tatsächlich ist die Antwort einfach: Jeder gute Wein, der kein Essen braucht, um sich voll zu erschließen, tut es. Der Geschmack hängt vom Zeitpunkt ab. Wenn Sie mich in diesem Augenblick fragen, würde ich mich für einen hervorragenden ausgewogenen Barsac oder Sauternes (süßer weißer „Dessertwein“) entscheiden.

Chopin: Einfach die Quintessenz lyrischer Klaviermusik mit einem sehr „erkennbaren“ Stil – absolut wunderschön.

Pieter

5. Nennen Sie uns Ihre fünf Lieblingsweine und -komponisten. Können Sie uns sagen, warum? ​​​​​​​

Komponisten? Fragen Sie mich zehn Mal und Sie bekommen zehn völlig verschiedene Antworten! Aber ich wage einen Versuch – mit aufrichtiger Entschuldigung an viele andere Komponisten. 

  1. Ludwig van Beethoven: Lassen wir es dabei, es gibt wahrscheinlich kein einziges Beethoven-Werk, das mir nicht wahnsinnig gut gefällt. 

  2. Chopin: Einfach die Quintessenz lyrischer Klaviermusik mit einem sehr „erkennbaren“ Stil – absolut wunderschön. 

  3. Mahler: Vor allem seine enormen Orchestersinfonien höre ich von Zeit zu Zeit gern, auch wenn oftmals viel zu viel passiert. 

  4. Ravel: Fantastisches, aber extrem schwieriges Klavierrepertoire, so viel mehr als sein berühmter „Bolero“. 

  5. Prokofjew: Ein sehr vielseitiger Komponist (Klavier, sinfonische Musik, Oper), dessen Stil, Humor und Sarkasmus in seinen Stücken ich mag. Schwierig zu spielen, macht aber Freude.

Weine sind noch schwieriger zu benennen! 

  1. Der einzige Wein, dem ich bei einer Verkostung im Weinclub jemals 19 von 20 Punkten gegeben habe, war der Sauternes Château d’Yquem 1997 (Süßwein): Extrem vollmundig und lang im Abgang, doch zugleich durch seine Säure perfekt ausgewogen. Ein WOW-Wein! 
  2. Sagen Sie „Deutschland“, antworte ich nicht „Volkswagen“, sondern ‚Riesling‘. Ein Besuch bei einem Kunden in Braunschweig hatte beinahe immer beträchtliche Weinrechnungen zur Folge. Der Wegeler Jesuitengarten GG 2015 (trockener Weißwein) ist ein schönes Beispiel für einen Riesling: Er war viel zu jung, als ich die erste Flasche öffnete, aber schon ein echter Genuss – und das zu einem vernünftigen Preis. 
  3. Teure Weine sind nicht immer unbedingt die besten, aber der Château Lafite Rothschild 1983 hat sich einen Ehrenplatz in meinen Weinerinnerungen erobert. Ich kaufte eine einzige Flasche – ausgerechnet auf Ebay von einem Friseur – und trank ihn, als er zwanzig Jahre alt war, mit meinem besten Freund: extrem kultiviert, ein perfektes Beispiel dafür, was einen großen Bordeaux ausmacht. Leider hat sich sein damals schon überzogener Preis in den letzten zehn Jahren verdreifacht. 
  4. Im Jahr 2012 war ich in Sydney zu einer Miles-Schulung, wo mich mein Ex-Kollege Adrian Hill mit nach Hunter Valley nahm, wo wir eines seiner Lieblingsweingüter besuchten: Brokenwood. Weil ich ein Europäer fern der Heimat war, lud uns das Haus völlig unerwartet und zum großen Erstaunen von Adrian zu einem Glas seines Flaggschiff-Weines ein: Graveyard (Rotwein). Er schmeckte viel besser als sein Name vermuten ließ und natürlich war das Gesamterlebnis einfach unbezahlbar. 
  5. Zum Schluss ein Italiener: Poema (Rotwein). Dieser Montepulciano d´Abruzzo aus dem Hause Jasci hat ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Der einzige Wein, dem ich bei einer Verkostung im Weinclub jemals 19 von 20 Punkten gegeben habe war der Sauternes Château d’Yquem 1997.

Pieter

6. Würden Sie gern für Ihre Kollegen im Büro spielen, wenn das wieder erlaubt ist? ​​​​​​​

Ich bin absolut nicht die große Rampensau, die es nicht erwarten kann, die Bühne für sich zu haben. Falls sich die Gelegenheit ergeben sollte und ein einigermaßen vernünftiges akustisches Klavier zur Hand wäre, würde ich einen Versuch wagen. Wäre es ein E-Piano, würde ich breit lächelnd verzichten – auf diesen Dingern spiele ich wirklich nicht gern. 

7. Wir wollen unten ein Konzert als YouTube-Video platzieren. Welches sollte es sein? Und warum? 

Ich kann mich nur schwer entscheiden, aber um es „einfach“ zu halten: ein Chopin-Walzer, gespielt vom Starpianisten Jewgeni Kissin. 

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